Bergheil,

256. AvK-Tour

Administrator (admin) on 10.03.2015

Aus dem Müglitztal über Maxen nach Kreischa

Führer der Tour: Jürgen Dittrich

Teilnehmer: Günter Gasch, Helmut Niziak, Hasso Linke, Ralph Pohlenz, Brigitte und Gerhard Jahn, Eberhard Schönfelder, Steffen Gießner, Jürgen Dittrich

Tourenverlauf und Länge der Strecke: Hp Burkhardswalde/Maxen - Crotta – Schmorsdorf- Kalkofen an der Winterleite - Maxen - Naturbühne/Kalkofen 1856 – Robert-Schumann-Weg über Lungkwitz  nach Kreischa -  ca. 13 km

Hin- und Rückfahrt: S 1 8.59 ab Dr.-Hbf bis Heidenau- weiter mit Müglitztalbahn bis Burkhardswalde/Maxen Rückfahrt: ab Kreischa/Mühlgraben mit Bus 86 bzw. F-Bus - 16.21/16.39

Wetter: sonnig, frühlingshaft warm (12-15 Grad), trocken, mittlere Fernsicht (Geising, Kahleberg)

Überraschenderweise eine nur kleine, „dafür aber feine Truppe“ hatte sich bei traumhaft-warmem Frühlingswetter zusammen gefunden, um die reizvollen Hügel und Bergrücken im Vorgebirge zum eigentlichen Erzgebirge gemeinsam zu genießen. Eine Genießertour war es aus meiner Sicht auf jeden Fall: ohne Hatz, mit viel Gespräch und auch wichtigen Informationen am Rande zu den Besonderheiten der Region. Zuerst wanderten wir aus dem Müglitztal auf idyllisch geschwungenem Wiesenweg aufwärts nach Crotta, einem sehr ruhigen Ortsteil der „Sammel-Gemeinde“ Müglitztal mit nur wenigen Häusern. Dadurch, dass der Boden trocken war, konnten wir auch weglos gehen, was in dem offenen Gelände besonders reizvoll ist. So erreichten wir kurz vor Schmorsdorf die Anhöhe mit Aussichtsbank über die Hügel des sog. Elbtalschiefergebirges. Diese geologische Einheit quetscht sich  zwischen Elbtal und Erzgebirge in Südost-Nordwest-Erstreckung. Durch Gebirgsbewegungen steil gestellte Schieferschichten, vulkanische Gesteine (Diabase) und mehrere Kalklager charakterisieren diese sehr alten Gesteine, die sich bis in die Gegend von Lungkwitz erstrecken und dort von den Ablagerungen des Döhlener Rotliegendbeckens abgelöst werden. Die Kalke waren mehrere Jahrhunderte Gegenstand eines intensiven Kalkbergbaues in der Region. Kalk wurde ja von den Bauern zum Düngen benötigt, in der Zeit des beginnenden industriellen Bauens im 18. Jh. natürlich auch zum Bauen. Und Dresden bestritt nicht zuletzt seine Gasbeleuchtung mit Hilfe des aus Maxener Kalk erzeugten Karbids. Das alles lernten wir auf unserer Wanderung schrittweise kennen. In Schmorsdorf (Name soll vom altsorb. smord = Bauer kommen) an der ca. 600 Jahre alten Linde in der Dorfmitte konnte man die Lebenskraft eines solch arg gebeutelten Baumes, heute noch ca. 26 m hoch und in Brusthöhe mit einem Stammumfang von 10,7 m, betrachten. Das nur ca. 7 m² große Lindenmuseum, seit 2006 im ehem. Spritzenhaus (zuletzt Poststelle) eingerichtet, ist Clara Schumann gewidmet, erinnert in liebevollen Texten an die Künstlerin an der Seite von Robert Schumann, die beide diese Gegend um Maxen (waren dort öfters auf dem Schloss bei der Fam. Serre zu Gast) ebenso liebten wie die Dichter (H.C. Andersen) und Maler (C. G. Carus, C. D. Friedrich, F. Oehme, J. C. Clausen Dahl). An einem rekonstruierten Gutshof am Dorfplatz ist seit einiger Zeit das Diorama in Erinnerung an die Schlacht bei Maxen 1759 untergebracht. 15.000 Preussen unter General v. Finck, standen ca. 35.000 Österreichern unter Graf Daun gegenüber. „Planmäßig“ haben die Preussen die Schlacht am 21.November 1759 verloren, Finck wurde gefangen genommen („Finckenfang bei Maxen“). Interessant und leider immer wieder gültig ist der an der Mauer angebrachte folgende Spruch von D. Eisenhower: „Der Krieg ist eine Sache, bei der sich Millionen Menschen, die sich nicht kennen, umbringen, auf Befehl einiger, die sich gut kennen, aber nicht umbringen“. Von Schmorsdorf wanderten wir den Verbindungsweg zum Kalkofen und Kalkbruch an der Winterleitenstraße. Hier befanden sich die umfangreichsten Kalkbrüche (heute weitgehend verfüllt). Da die Schichtstärke des Kalkes nur max. 30 – 40 m betrug, war der Abbau in die Tiefe erforderlich, daher sind teilweise auch Stollen in mehreren Etagen vorhanden gewesen. Am Ort des Abbaues wurde der Kalk auch gleich gebrannt und durch die Bauern bzw. Gespannführer abgefahren (pro Tag ca. 10 t). Nun wanderten wir die Straße aufwärts nach Maxen, wo das Schloss (früher v. Schönberg und Fam. Serre) wieder in Privatbesitz ist und man versucht, durch Veranstaltungen auch das umliegende große Gut zu erhalten bzw. wieder zu beleben (Kunsthof Maxen). Maxen hat ja auch einen sehr rührigen Heimatverein (Museum gegenüber von Gasthof Maxen!), der es geschafft hat, auch den Kalkofen von 1856 am ehem. Roten Bruch, wieder zu erschließen und durch eine Aussichtsplattform begehbar zu machen. Der zweite Bruch in diesem Bereich, das ehem. Königl. Marmorwerk, wird als Naturtheater genutzt. Maxener Marmor war ja im 18. Jahrhundert als Bau- und Schmuckstein sehr begehrt und ersetzte den teuren italienischen Marmor, heute noch zu finden z.B. in der Katholischen Hofkirche und im Grünen Gewölbe. Am Kalkofen 1856 sahen wir einige Platten des geschliffenen Marmors, auffällig schön durch die Mehrfarbigkeit, von rot marmoriert bis grüngrau-weiß geflammt sind alle Nuancen zu finden, was einen sehr lebendigen Stein charakterisiert. Doch weiter wanderten wir gen Lungkwitz auf dem reizvollen Robert-Schumann-Weg zwischen Maxen und Lungkwitz. Genau am Reiterhof kreuzt dieser Weg die Straße. Nur wenig aufwärts und schon standen wir neben dem gut gelegenen Anwesen von Peter Schreier. Doch bald nahm uns der Hangwald in Richtung Kreischa wieder auf, nun im Rotliegenden mit groben Porphyrkonglomeraten, in die auch unter uns die Soldatenhöhle und weitere Höhlen  gegraben wurden (Vorratslager für das Stiftsgut Lungkwitz, in Kriegszeiten zur Schutzsuche durch die Bevölkerung benutzt). Das Stiftsgut Lungkwitz, nun endlich reaktiviert als Wohnanlage, grüßte durch den noch lichten Buchenwald und bald erreichten wir den Lockwitzbach, schon nah vor unserem Ziel, dem Cafe Lehmann am Haußmannsplatz in Kreischa (sehr gut geführt seit 15 Jahren durch eine ungarndeutsche Familie). Dort empfing uns bereits am Eingang ein freundlich-seriöser grauhaariger Herr (unser Sepp Gasch!). Wir ließen uns spätes Mittagessen und gepflegtes Getränk schmecken. Nach 16.00 fuhren wir per Bus in die heimatlichen Hütten zurück. Gerhard Jahn musste allerdings schnell noch die Spurweite der ehem. Straßenbahn (Linie 31), die hier am umgebauten Straßenbahnhof endete, vermessen. Erst dann konnte er beruhigt in den Bus steigen.

 

 

 

Berg Heil!

 

Jürgen Dittrich

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