Bergheil,

291. Tour der A.v.K.

Administrator (admin) on 13.02.2018

291. Tour der A.v.K.

Um den Cottaer Spitzberg
 

 

13. Februar, ein sehr besonderer Tag für die Dresdner, auch nach 73 Jahren! Wieder ein Faschingsdienstag, davon ist allerdings hier kaum etwas zu spüren! So beginnen wir gegen 10.30 in aller Ruhe am Gewerbegebiet Ladenberg oberhalb von Berggießübel unsere kleine Tour. Der beginnende sonnige Tag wirkt sich auf die Stimmung Aller recht positiv aus. Zuerst wandern wir im Wald über den Ladenberg oberhalb der Sandsteinwände entlang des Gottleubatales, nichts zu spüren von einem wirklichen Berg. Allerdings war das 1813 hier offensichtlich anders. Ebenso wie an der Alten Schanze nordöstlich des Gewerbegebietes Ladenberg wurde hier von der 43. Französischen Infanterie-Division bei den Kämpfen zwischen Napoleons Truppen und der böhmischen Armee Schwarzenbergs (22.8. bis 27.9.1813) eine Feldschanze zur Verteidigung der „Böhmischen Poststraße“ errichtet. Diese Stellungen mussten also in kürzester Zeit geschaffen werden. Genützt hat es nichts, nur die Kräfte der Soldaten und der einheimischen Zwangsverpflichteten verzehrt. Aber Napoleon soll angeblich 2x hier vorbei geritten sein, als er von Böhmen nach Pirna zurück kehrte. Über den Ladenberg gelangten wir zur großen Wegkreuzung (mit Bank), wo der Hauptweg hinab zur Gottleuba und nach Zwiesel verläuft. Hier hätte man unterhalb der Sandsteinwände, vorbei an der Zwieselquelle, zu den Strudellöchern in der Gottleuba („ausgestrudelt“ durch die Kraft des Wassers aus dem Berggießhübeler Granodiorit!) laufen können. Doch uns zog es (nach einem kleinen flüssigen Frühstück) zur Kleinen Bastei, einer Aussichtskanzel ohne Aussicht, mitten im Wald. Schnell erreichen wir wieder den Waldrand, um auf teilweise schmierigem Feldweg unser Ziel, den Cottaer Spitzberg, anzusteuern. Inzwischen schien die Sonne schon wohltuend warm. Vorbei an einem malerischen Weiher erreichten wir den Diebsteig am Südfuß des Berges. Der Name wird als wenig begangener Nebenweg, Schleich- oder Schmuggelpfad gedeutet. Nun führte uns ein etwas steilerer Weg direkt auf den Cottaer Spitzberg, zuletzt über Leitern, die den Basaltgipfel (mit schönen Säulen aus diesem Material) überhaupt erst zugänglich machten. An der Nordwestseite befand sich auch ein Steinbruch, in dem dieses harte Material auch gebrochen worden ist. Der Basalt hat dem Berg seine markante Form gegeben. Im „Untergeschoß“ ist auch hier der kreidezeitliche Sandstein (Alter ca. mind. 65 Mio Jahre) vorhanden, der in der13. Februar, ein sehr besonderer Tag für die Dresdner, auch nach 73 Jahren! Wieder ein Faschingsdienstag, davon ist allerdings hier kaum etwas zu spüren! So beginnen wir gegen 10.30 in aller Ruhe am Gewerbegebiet Ladenberg oberhalb von Berggießübel unsere kleine Tour. Der beginnende sonnige Tag wirkt sich auf die Stimmung Aller recht positiv aus. Zuerst wandern wir im Wald über den Ladenberg oberhalb der Sandsteinwände entlang des Gottleubatales, nichts zu spüren von einem wirklichen Berg. Allerdings war das 1813 hier offensichtlich anders. Ebenso wie an der Alten Schanze nordöstlich des Gewerbegebietes Ladenberg wurde hier von der 43. Französischen Infanterie-Division bei den Kämpfen zwischen Napoleons Truppen und der böhmischen Armee Schwarzenbergs (22.8. bis 27.9.1813) eine Feldschanze zur Verteidigung der „Böhmischen Poststraße“ errichtet. Diese Stellungen mussten also in kürzester Zeit geschaffen werden. Genützt hat es nichts, nur die Kräfte der Soldaten und der einheimischen Zwangsverpflichteten verzehrt. Aber Napoleon soll angeblich 2x hier vorbei geritten sein, als er von Böhmen nach Pirna zurück kehrte. Über den Ladenberg gelangten wir zur großen Wegkreuzung (mit Bank), wo der Hauptweg hinab zur Gottleuba und nach Zwiesel verläuft. Hier hätte man unterhalb der Sandsteinwände, vorbei an der Zwieselquelle, zu den Strudellöchern in der Gottleuba („ausgestrudelt“ durch die Kraft des Wassers aus dem Berggießhübeler Granodiorit!) laufen können. Doch uns zog es (nach einem kleinen flüssigen Frühstück) zur Kleinen Bastei, einer Aussichtskanzel ohne Aussicht, mitten im Wald. Schnell erreichen wir wieder den Waldrand, um auf teilweise schmierigem Feldweg unser Ziel, den Cottaer Spitzberg, anzusteuern. Inzwischen schien die Sonne schon wohltuend warm. Vorbei an einem malerischen Weiher erreichten wir den Diebsteig am Südfuß des Berges. Der Name wird als wenig begangener Nebenweg, Schleich- oder Schmuggelpfad gedeutet. Nun führte uns ein etwas steilerer Weg direkt auf den Cottaer Spitzberg, zuletzt über Leitern, die den Basaltgipfel (mit schönen Säulen aus diesem Material) überhaupt erst zugänglich machten. An der Nordwestseite befand sich auch ein Steinbruch, in dem dieses harte Material auch gebrochen worden ist. Der Basalt hat dem Berg seine markante Form gegeben. Im „Untergeschoß“ ist auch hier der kreidezeitliche Sandstein (Alter ca. mind. 65 Mio Jahre) vorhanden, der in derBraunkohlenzeit, dem Tertiär, vor ca. 30 Mio Jahren von vulkanischem Basalt durchbrochen worden ist. Dieser floss an der damaligen Landoberfläche aus, erkaltete und bildete dabei die schönen ebenmäßigen Säulen, wie sie auch „klassisch“ an der Burg Stolpen zu sehen sind. Der Gipfel trägt auch eine sog. Triangulationssäule der sächs. Landesvermessung (Prof. Nagel, TU Dresden) von 1865 aus Sandstein. Von hier hatten wir- und das war an diesem Tage das Wesentliche - einen wunderbaren Rundblick über das Elbtal in die Lausitz, die Steine der Sächs. Schweiz bis hin zum Erzgebirge. Seit 1979 steht der gesamte Berg als Flächennaturdenkmal unter Schutz. Unser Abstiegsweg in nördlicher Richtung erreichte das langgestreckte Dorf Cotta an dessen östlichem Ende. Wir liefen direkt auf die Steinkreuzgruppe an der Straße zu. Nicht weit entfernt liegt die alte Kirche von Cotta, die bereits seit dem 16. Jahnhundert existiert (mit spätgotischem Rippengewölbe in Chor). Auch das Schloss Cotta ist eine alte Gründung (Rittergut des Freiherrn von Friesen 1665, letztmalig umfassend 1895 im Neorenaissance-Stil umgebaut, natürlich aus Cottaer Sandstein bestehend). Zu DDR-Zeiten wurde es von der Konsum-Genossenschaft als Schulungsgaststätte genutzt, nach der Wende kaufte es die Gemeinde zurück, ein Förderverein wollte das Areal (samt Parkanlage mit alten Bäumen und mehreren Teichen) sanieren, wurde aber nichts. Nun wurde es 2016 an einen Freitaler Immobilienunternehmer verkauft, was auch immer das bedeutet. Das gegenüberliegende Kutscherhaus gab uns zuerst Rätsel auf. Im Gegensatz zum leer stehenden Schloss wurde es in den letzten Jahren sehr gut restauriert. In der Mitte des langgestreckten Dorfes machten wir noch einen Abstecher bis zum Beginn des Lohmgrundes, wo wir einen Blick in einen noch aktiven Sandsteinbruch hatten. Hier wird seit Jahrhunderten der begehrte Cottaer Sandstein (ein Bildhauersandstein) abgebaut. Relativ zügig erreichten wir dann unser spätes Mittagsziel, den „Heidekrug“ an der Straße Dohma – Berggießhübel, früher als „Rote Schenke“ an der Straße vom Elbtal nach Böhmen bekannt gewesen. Hier bekam unsere große Gruppe an langer Tafel, die noch durch Helmut erweitert worden war, das wohl erwanderte Mittagessen. Wichtig war für diesen Tag noch, dass Uli, Ralf und Gunter mit eigenem Erleben (ohne Redeanmeldung beim Führer!) an die Ereignisse des 13. Februar in Dresden erinnerten. Gegen 15.30 brachten uns Bus und Bahn wieder zurück in heimatliche Gefilde.

Jürgen Dittrich

 

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