Bergheil,

4 Tage Fahrradtour im Gebiet der Eger (04. – 07.06.2015)

Administrator (admin) on 04.07.2015

Teilnehmer: Heinz Jäschke und Jürgen Dittrich
(2 Teilnehmer!)

 Tourenverlauf: 

Donnerstag, 04.06.15 – Gottesgab – Joachimsthal – Klasterec n.O. (Klösterle)- Kadan (Kaaden)- Nechranicka prehrada bei Kaaden (65 km) 

Freitag, 05.06.15 – Nechranicka prehrada bei Kaaden – Krasny Dvur (Schönhof)- Dziban – Louny (Laun) – wildes Zelten am rybnik u Strbrniku nördl. der Stadt (90 km) 

Sonnabend, 06.06.15 – Laun - Libochowitz – Budynne n. Ohri – Doksany – Theresienstadt – Leitmeritz – Pistany, Zeltplatz (85 km) 

Sonntag, 07.06.2015 – Pistany – Aussig – Tetschen - Bad Schandau – Pirna – Heidenau – Niedersedlitz - S-Bahn nach Dresden-Hbf. (116 km)

 

04.06.15 Zum Start der als Klubtour bereits offiziell im Jahresplan des TKB 06 angekündigten Fahrt wollten wir ursprünglich mit dem Zug bis Oberwiesenthal fahren. Meine Planung sah eine 4-Tages-Tour vor, die auch für evtl. Nachkommer am Freitagabend eine Chance und einen Treffpunkt geboten hätte, es war alles bestens vorbereitet und bekannt gemacht. Und dennoch war die Reaktion mäßig, einziger Trost, dass wir kein Radfahrerklub sind! Nachdem wir wussten, dass wir nur zu zweit sein würden, konnten wir umplanen. Es ergab sich kurzfristig dann eine noch bequemere Variante mit dem Auto zum Start zu gelangen, indem Heinz mit Margots Hilfe über Johann-Georgenstadt, Breitenbach und Abertham bis nach Gottesgab fuhr. Das war natürlich ein ausgezeichneter Punkt, der uns schon einige Höhenmeter erspart hat. So konnten wir zu Beginn auch schnell noch im „Grünen Baum“ einen kleinen Imbiss sowie ein eisgekühltes Bier einfüllen, bevor es in sausender Fahrt auf der nahezu autofreien Europastrasse hinunter nach Joachimsthal ging. Von da an hatten wir einen Radweg, der uns bald von der Strasse in eine ruhige Hügellandschaft wegführte und schließlich bei Straz ins Egertal. Die Eger durchfliesst hier in ihrem Verlauf ein relativ enges, gewundenes Tal, was neben der Eisenbahn nicht überall Platz für eine Straße geschweige denn einen Radweg lässt. Der Versuch, eine nicht mehr als Radweg ausgewiesene Strecke und einen nicht mehr vorhandenen Bahnübergang zu nutzen, glückte uns gerade noch. Wenig später, nachdem wir die Räder über die Gleise gewuchtet hatten, kam der Zug leise um die Kurve gerollt… Das bedeutete, dass wir uns weiter in ständigem Auf und Ab an den Talhängen durch die zahlreichen Dörfer bewegen mussten. Von wegen Flussradweg und bequem „bergab“, weit gefehlt! 

Erst bei Klösterle weitet sich das Tal zum Becken, welches ja auch bis dahin Gegenstand des intensiven Braunkohlenbergbaus war und ist. Klösterle besitzt einen sehenswerten Altstadtkern, einen sehr großen Marktplatz mit Laubengängen, eine Mariensäule sowie ein Renaissanceschloss derer von Thun. Ansonsten wirkte die ganze Stadt wie ausgestorben. Das Ufer der Eger ist sehr schön gestaltet, offensichtlich sind hier auch reichlich EU-Gelder geflossen (und doch gut angewendet worden). Nur 6 km östlich liegt die ebenfalls reizvolle Stadt Kaaden mit Franziskaner-Kloster, welches leider geschlossen war. So rollten wir weiter zu unserem ersten Etappenziel an der Talsperre südöstlich der Stadt, ein riesiger, technisch unschöner Wasserspeicher in offener Landschaft, der das an seinen Schornsteinen gut erkennbare Kraftwerk Tusimice mit Wasser versorgt. Der Campingplatz in Vikletice war zwar besucht (Dauercamper, Jachtbetrieb), dennoch sehr ruhig. Wir fanden einen guten Platz, mit der abendlichen Essensversorgung war es aber nicht sonderlich gut bestellt. Dafür schmeckte das „desitka“. Trotz des sehr warmen, trockenen Wetters sind wir gar nicht so recht zum Baden animiert worden, eine verpasste Gelegenheit.

05.06.2015 – Wieder ein sonniger Morgen, das Zelt konnte also absolut trocken abgebaut werden, was ja auf dem Fahrrad immer ziemlich wichtig ist. Ohne Frühstück (!) mussten wir losradeln, nun in südlicher Richtung, weil unser erstes Ziel Krasny Dvur (Schönhof) hieß. Angelockt hatte mich lediglich eine Abbildung in der Landkarte mit einer gotischen Kapelle (die sich dann vor Ort nur als neugotisches Bauwerk offenbarte!) Von weitem sah das alles nach offener flacher Landschaft bis dahin aus. Doch beim Näherkommen erwartete uns eine durch zahlreiche Bäche gegliederte Hügellandschaft mit langen Berg- und Talfahrten, Auf den sehr wenig befahrenen Straßen war das wenigstens von dieser Seite her angenehm. Schönhof selbst war für uns beide eine tolle Überraschung, besonders der weitläufige englische Park (angelegt 1783 – 93 von Graf Cernin von Chudenitz), den wir mit dem Fahrrad eine Stunde durchquerten und dabei neben riesigen (angeblich bis 1000 Jahre alten Eichen) die einzelnen Denkmale und Pavillone erkunden konnten. Alle berühmten Leute waren schon hier, angefangen von Goethe, so auch wir! Eine ausgedehnte einzigartige Wald-Park-Landschaft, bei der großen Hitze natürlich sehr angenehm zu erkunden. Am Barockschloss selbst genehmigten wir uns dann noch einen Eisbecher, bevor wir das zweite Tagesziel, den Höhenzug des Dziban ansteuerten. Das wurde dann recht aufwendig, viele Täler mussten gequert, viele Dörfer durchfahren und auch viel Bier musste getrunken werden, um das schadlos zu erreichen. Auf dem Dziban, ebenfalls Naturpark, hatten wir gelesen, sollten ominöse Steinreihen (kamenne radi) zu sehen sein, deren Herkunft und Bedeutung bis heute nicht klar sind. Hätten wir gewusst, was uns nach dieser Bergschinderei erwartet, so hätten wir vielleicht etwas anders geplant. Vielleicht hätten wir lieber die Brauerei in Krusovice besuchen sollen, die ganz in der Nähe war! Oberhalb von Kounov liessen wir die Räder im Walde liegen und marschierten tapfer auf dem Lehrpfad auf die über 500 m hohe Hochfläche. Nach uns endlos erscheinendem Marsch landeten wir doch noch an den Steinreihen, die sich quer durch den Wald ziehen und aus senkrecht gestellten Felsblöcken bestehen, möglicherweise zu kultischen Zwecken. Man müsste den Erich von Däniken mal dahin schicken. Er hätte bestimmt eine plausible (oder auch abenteuerliche) Erklärung dafür. Der Abend war schon fortgeschritten und wir hatten es noch weit bis zu unserem Tagesziel Laun, doch von der Hochfläche sauste das Fahrrad ganz allein wieder in die Ebene, so dass unterwegs noch Zeit auf ein (oder auch zwei) Bier war. Abendlich erwartete uns die malerische Stadt Laun an der Eger, durchsaniert und sehr geordnet, wirklich sehenswert (und von Dresden aus gar nicht weit, direkt am Südrand des Böhm. Mittelgebirges). In der Fußgängerzone lockte eine Pizzeria mit handwagenradgroßen Pizzen, die wir nur mit Mühe beherrschten und daher teilweise als Sattelpolsterung mitnehmen mussten. Geplant war, auf einem in der Karte eingezeichneten Campingplatz direkt an der Eger zu nächtigen, doch diesen Platz gab es überhaupt nicht. Wir sprachen Leute an, schließlich begleitete uns ein netter Herr aus der Stadt nach Dobromerice an den Cerveny vrch (Roter Berg – Stribrnik), wo wir an einem malerischen Fischteich mit Blick auf den Hoblik sehr idyllisch und bei Riesen-Frosch-Konzert nächtigen konnten. Da das nächste motorest nicht weit war, war sogar für die abendliche Getränkeration gesorgt.

 

06.06.15 – Ein neuer Tag, ein neues Glück, im wahrsten Sinne des Wortes. Wieder ein strahlend schöner Morgen, den wir zuerst noch zu einem Stadtgang in Laun benutzten und der wunderbaren gotischen Hallenkirche einen Besuch abstatteten. Dann ging es auf teils abenteuerlichen Schotter- und Betonplattenwegen (als nummerierte Radwege ausgewiesen) oder ruhigen Landstraßen immer entlang der Eger nach Libochowitz. Zum Glück mussten wir nicht das riesige Barockschloss besichtigen (weil durch Massenhochzeiten blockiert!), sondern konnten uns gleich auf ein wirklich gutes Mittagessen konzentrieren, eingenommen auf schattiger Strassenterrasse vor dem Gasthof. Im benachbarten Budin an der Eger besichtigten wir das Renaissance-Wasserschloss, äußerlich eine beeindruckende Anlage, von hohen Mauern umgeben. Darin lediglich eine Alchimistenküche, die sehenswert ist. Auch hier wieder Hochzeitsgesellschaften, was ist bloß los, aber es war ja Sonnabend! Ein Höhepunkt war dann anschließend noch der Besuch des Prämonstratenser-Kloster in Doksany. Dort erhielten wir zufällig noch eine Extra-Führung durch einen sehr bewanderten Laienbruder (ansonsten sind dort im Kloster noch 9 Nonnen beheimatet), der extra aus dem 

Strahov-Kloster in Prag angereist war, weil hoher Besuch aus Magdeburg angekündigt war. Der hohe Besuch waren dann wir. Uns hats gefallen, durch die barocke Klosterkirche und die beeindruckende romanische Krypta geführt zu werden. Daneben sind auch mittelalterliche Kulisseneinbauten in dem ausgedehnten Klostergelände sehenswert, die für „Mantel und Degen-Filme“ bestens geeignet sind und trotz Pappmache perfekt echt wirken. Kurzer Halt noch in Theresienstadt am dortigen Friedhof, wo auch nach dem offiziellen Kriegsende noch viele Opfer zu beklagen waren. Den Abend genossen wir auf dem wunderschönen Marktplatz von Leitmeritz. Hier hatten wir ja im Mai 1964 auf unserer ersten Nordböhmen-Radtour schon einmal Quartier im „Roten Krebs“ am Markt (das Bett kostete damals 8 Kronen, das weiß ich noch genau!), heute ein Rossmann-Markt… 

Nun war es nicht mehr sehr weit an den unterhalb der Stadt gelegen See bei Pistany (ein ehem. Kiesbaggersee, riesengroß, idyllisch, Sandstrand, sauberes, gut temperiertes Wasser, Blick auf die Vulkane, z.B. Lobosch und Radebeule). Wir schwammen ausdauernd und genossen die herrliche Szenerie. Die Kiosk-Versorgung war zwar chaotisch, doch bekamen wir doch, was wir wollten. Zufrieden (und gut abgefüllt) betteten wir uns in Heinz`s roten Hilleberg-Tempel (sehr praktisches kleines Zelt!) 

07.07.2015 – War der Abend noch ruhig, warm und sonnig, fing es in der Nacht an zu stürmen. Wir konnten gerade noch das Zelt trocken abbauen, rings um uns grollten schon die Gewitter, die sich im Elbtal verfangen hatten. Wir kamen nicht weit, bereits in Groß-Tschernosek hatte uns der Regen erwischt und durchgeweicht (weil wir zu faul waren, die Regenklamotten rauszuholen). Wir warteten daher eine Stunde unter der Eisenbahnbrücke, das Regenende ab, bevor wir im „örtlichen Supermarkt“ (ein Vietnamese) uns ein eigenartiges Frühstück zusammenstellen konnten. Dann ging es weiter im leichten Niesel, mittlerweile war uns alles egal geworden. Matthias kam uns noch von Radeberg entgegen geradelt, auch er war durchweicht worden (durchweicht auch sein smartphone). Der wirklich gute Elbradweg nahm uns auf und brachte uns flott über Aussig bis nach Tetschen, wo wir direkt am Radweg wunderbar zu Mittag essen konnten. Wir wechselten über die Stadtbrücke auf die linke Elbseite, auf der wir bis nach Niedersedlitz rollten. Dort nahm mich nach 116 km die S-Bahn gnädig auf, Heinz hatte es nach Hause auch nicht mehr all zu weit. 

Auf diese Weise endete eine erlebnisreiche Tour. Wir hatten bewiesen, dass man auch zu zweit eine Klubtour im Namen von T.K. Berglust 06 unternehmen kann. Das Beispiel sollte aber nicht Schule machen, sondern anregen, künftig wieder etwas aktiver in der Radfahrergilde mitzuspielen, lohnende Ziele gibt es bestimmt noch genügend.

 

 

 

 

 

 

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