Bergheil,

258. AvK-Tour am 12.05.2015

Administrator (admin) on 12.05.2015

Von Oberlichtenau über den Keulenberg nach Pulsnitz

Führer der Tour: Hannelore und Eberhard Schönfelder

Teilnehmer: Uli Voigt, Bärbel und Gunter Lorenz, Klaus Petzold, Hannelore und Eberhard Schönfelder, Friedrich Schumann, Jürgen Dittrich
(insgesamt 8 Teilnehmer)

Tourenverlauf und Länge der Strecke:

Oberlichtenau Granitweg (grüner Strich) Keulenberg Lausitzer Schlange (roter Strich) Schloss und Park Oberlichtenau Friedersdorf - Pulsnitz
- ca.15km

Hin- und Rückfahrt:

Mit Städtebahn 9.00 ab DD-Hbf bis Pulsnitz- weiter mit Bus bis Oberlichtenau. Rückfahrt ab Pulsnitz 15.07 bzw. 16.06 mit Städtebahn bis Dresden.

Wetter:

sonnig, nicht zu warm, etwas windig, trocken, mäßig gute Sicht 

Anreise der nur 8 Wanderlustigen TKBer mit Bahn/Bus bis Oberlichtenau planmäßig und unkompliziert, was ja aktuell (streiks, Bauarbeiten) auch nicht immer so selbstverständlich ist! Der Anmarsch zum Keulenberg (mit 413,4 m HN als „Wächter der Westlausitz“ bezeichnet) auf dem Liederweg (Steine mit Tafeln und alten deutschen Volksliedern) ist recht kurzweilig, so dass der zuletzt etwas steilere Anstieg recht rasch gemeistert wird und wir schneller als gedacht den Gipfel dieses bemerkenswerten Berges erreichten. Zuerst waren wir ganz allein, natürlich hatte auch der Kiosk in der Woche geschlossen, so dass die mitgebrachten „Bemmen“ zu Ehren kamen und dazu der Wilthener Gebirgskräuter von Ebs eine gute Ergänzung darstellte.

Der Keulenberg (Großer und Kleiner Keulenberg, durch Sattel voneinander getrennt) besitzt im Dresdner Raum eine besondere Bedeutung, ist er doch als westlichster Ausläufer des Westlausitzer Höhenzuges weithin sichtbar. Angeblich ist er in nördlicher Richtung bis zur Ostsee die letzte große Erhebung „und völlig unverbaut“. Uli behauptete gar bis zum Ural, was er natürlich von seinem Arbeitszimmerfenster in Bannewitz tatsächlich am besten beurteilen kann!

Der Keulenberg gehört zum Lausitzer Granitmassiv und wird aus Zweiglimmergranodiorit aufgebaut. Er hat eine lange, wechselvolle Geschichte. Bereits frühzeitig war hier ein Berggasthaus vorhanden, was mehrfach erneuert und verändert werden musste. Für die erste vollständige Vermessung Sachsens- die königlich-sächsische Triangulation 1864- stellt der Keulenberg als Station 10 des Netzes 1. Ordnung einen wichtigen Punkt dar. Die granitenen Quader sind heute in den stählernen Aussichtsturm integriert. Weiter zu sehen sind die Ruinenreste eines ehemaligen Jagdschlösschens, was die Schlossherrin von Oberlichtenau (Friederike Sophie von Holtzendorff) dort errichten ließ. Für die jüngere Geschichte ist wichtig, dass der Berg bis 1961 noch allgemein zugänglich war, danach aber total gesperrt wurde, weil Polizei und Zoll (und sicher auch Stasi) dort unter sich bleiben wollten. Die Öffnung des Berges, durch den Keulenbergverein 1989 war daher mit großer Aufmerksamkeit durch die Öffentlichkeit verfolgt worden („Ein freies Volk für einen freien Berg“!). Die Massen pilgerten von da an auf den Berg, die Berg- und Schützenfeste wurden wieder belebt, ebenso die Pfingstsingen. Eine bescheidene Gastronomie war vorhanden.

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Aktuell scheint der Berg wieder etwas in den Dornrösschenschlaf zu versinken, der Imbiss ist nur am Wochenende geöffnet, der Keulenbergverein hat sich leider 2014 altershalber aufgelöst. Alles keine so gute Entwicklung, so dass es umso wichtiger erscheint, dass T.K. Berglust dem Berg wieder einen Besuch abgestattet hat. Der Abstieg über die „Lausitzer Schlange“ bis nach Oberlichtenau verlief ebenso unspektakulär wie der Aufstieg. Natürlich konnten wir das wunderbare Ensemble von Schloss und Park Oberlichtenau nicht so einfach umgehen. Es gehört heute einer holländischen Familie von Holthuizen, aus dem Namen könnte man schließen, dass es sich um Nachfahren derer von Holtzhausen handeln könnte. Wichtig ist, dass alles wieder in Ordnung gekommen ist, das Schloss eine neue Nutzung hat, dadurch erhalten bleibt. Und nicht zu vergessen, dass die Familie in der Gemeinde Akzeptanz hat und Ansehen genießt. Der Weiterweg nach Pulsnitz erfuhr in Friedersdorf noch eine wohltuende Unterbrechung, gibt es dort doch einen sagenhaften (noch traditionellen) Bäcker, der uns mit wunderbarem Kuchen (und Bier) in seinen Kaffeeraum gelockt hatte. Gerade recht zur Mittagszeit, die ja dann eigentlich erst im „Schützenhaus“ Pulsnitz geplant war. Unterwegs besuchten wir noch den „Perfert“, das älteste Wohnhaus der Umgebung, aus der Hussitenzeit um 1420. Rasch erreichen wir den gastlichen Garten des Schützenhauses, wo magenmäßig dann natürlich für großes Mittagsessen kein Platz mehr war. Dennoch saßen wir dort sehr gut, wenn auch unmittelbar neben dem Friedhof. Dieser weist auch eine Besonderheit auf, weil dort der Dichter des Liedes vom „Vugelbeerbaam“ - Max Schreyer - begraben liegt. Mit dem Zug 16.07 (nachdem am Bahnhof die handbediente Straßenschranke durch eigens noch vorhandenes Bahnhofspersonal geschlossen worden war) erreichen wir in kurzer Fahrt unsere Heimatstadt Dresden wieder.

Berg Heil! Jürgen Dittrich 

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