Bergheil,

Am 1. Januar 1906 gründeten 7 Berg- und Wanderfreunde in der Forellenschänke in Liegau-Augustusbad den Touristenklub Berglust. Vorausgegangen war eine stimmungsvolle Silvesterfeier in der "Hermannseiche" im nahen Wald des Seifersdorfer Tales.

Sie waren einige Zeit vorher aus dem Turnverein ausgetreten, weil es ihnen dort zu eng und philisterhaft zuging: Unsere Gründungsväter wollten frei von allen Zwängen sein und in ihrer Freizeit gemeinsam durch Wälder und Berge unserer Heimat ziehen. Es wurde bewusst kein reiner Kletterklub gegründet, sondern eher ein Touristenklub mit seinen vielen Möglichkeiten der sportlichen Betätigung.
Aus den vorhandenen Tourenberichten wissen wir, dass extreme Langstreckenwanderungen unternommen wurden. Dabei begannen diese Märsche meist nachts, und unterwegs wurde meist nur kurz im Wald geschlafen. Aber auch in der klettersportlichen Betätigung sind keine schlechten Ergebnisse erzielt worden. Davon zeugen einige Erstbegehungen und sehr frühe Besteigungen der Barbarine.

Der Kreis der Berglustigen wuchs bis zum 1. Weltkrieg sehr schnell. Das hatte außer dem reichhaltigen sportlichen Angebot auch Gründe in einer besonderen Geselligkeit. Es wurde gern gefeiert und dabei viel und gut gesungen. Mit Fred Gottschald und Fred Winter gab es Klubdichter, und die Berglust war in der Bergsteigerrunde auf dem Kleinen Bärenstein eine geachtete Gemeinschaft. Mit Georg Habicht wurde einer der bekannten Tonsetzer Ehrenmitglied - einige Klubgedichte vertonte er für die Berglust.

Nach den bekannten Rückschlägen durch den 1. Weltkrieg setzte sich der Gründerstil eigentlich fort, junge Freunde stießen hinzu und prägten das Klubleben. Schnell erlangte das Skifahren eine große Anhängerschaft. Davon zeugen die jahrzehntelangen Osterfahrten in das Riesengebirge und das Betreiben eines Skiheimes in Bärenfels. Im Klettern wurde von der Gruppe um Kurt Brendler beachtliche Leistungen erzielt, Karl Lommer sorgte für gute Berggedichte und Fritz Petzold gestaltete gehaltvolle Stiftungsfeste.

Nach dem 2. Weltkrieg begann eine neue Berglustjugend, die heute auch schon auf die 60 zugeht und inzwischen mehrfach ergänzt wurde. Von den Unternehmungen der letzten 40 Jahre ließe sich viel zu berichten. Wir kletterten in heimischem Fels, unternahmen mehrtägige Radtouren, erwanderten mehrfach alpine Fahrten in die Sommer- und Wintertatra. Einige wenige waren auch an bedeutenden Bergen der Alpen, des Kaukasus und Pamir erfolgreich.

Wir sind heute mit 50 Mitgliedern ein Großklub. Wenn wir auch bestimmt einige Bergfreunde aus Altersgründen oder familiären Problemen wenig aktiv sind, so zeigen doch die wöchentlichen Tourenberichte, dass alle unterwegs sind - die einen in extremen Fels, die anderen auf Wanderungen und im Winterhalbjahr auf Skitouren in verschiedenen Gebirgen.

Dabei ist festzustellen - und das ist gut so - dass der höhere Stellenwert dem Bergsteigen eingeräumt wird, wobei das Klettern im heimatlichen Elbsandstein den Vorrang genießt.